Kennt Ihr die 5A Formel? Die ist wichtiger als jeder Businessplan.

Ich möchte Euch die 5A Formel an Beispiel des Urgestein des Entrepreneurships Sir Richard Branson erklären.

Wie war die Ausgangsbasis für Richard Branson?

Richard Branson ist Legastheniker. Schulabbrecher. Und Ex-Knacki – wenn auch nur ganz kurz, aber doch. Der geborene Verlierer – wenn man sich die konventionelle Brille unseres Systems auf die Nase schiebt: »Zu blöd zum Lesen, zu doof zum Schreiben, und dann auch noch kein Schulabschluss. Und gesessen hat er auch schon. Was soll aus dem denn werden?«

Zu meiner Bundeswehrzeit gab es den Spruch: „Bist Du doof und kannst nicht lesen, geh zur StOV (Standortverwaltung) da kriegst Du nen Besen.“

Nun, wie gesagt: Dieser »geborene Verlierer« wurde einer der einflussreichsten Unternehmer der letzten Jahrzehnte. Er, der nach klassischer Lesart die Verliererstraße nie hätte verlassen dürfen, gründete mit 17 Jahren erstmals eine Firmenzeitung und drei Jahre später seine erste Firma. Erst mit 21 Jahren tat er den Skeptikern endlich den Gefallen tatsächlich dort zu landen, wo diese Kleingeister einen solchen Charakter wie ihn ohnehin verortet hätten: im Knast. Aber keineswegs wegen Diebstahls, einer Schlägerei, Drogensucht oder Schlimmerem. Nein, er fuhr »nur« wegen eines Steuervergehens ein; ziemlich unvernünftig, aber wahrscheinlich eine Jugendsünde des Mike Oldfield Entdeckers. Er steht jedenfalls heute kompromisslos zu diesem Fehler.

Geschafft hat es Richard Branson zweifellos: Der Vorzeigeunternehmer arbeitete sich laut »Forbes« zum fünftreichsten Geschäftsmann Großbritanniens hoch und wurde von der Queen geadelt. Zum Virgin-Konzern gehören heute hunderte von Firmen in unterschiedlichsten Bereichen, aber darüber werde ich an anderer Stelle noch mehr erzählen.

Du siehst: etwas mehr geht immer. Wenn der „Keksausstecher“, um bei Omas-Prinzip zu bleiben, erst mal funktioniert!
Seine Methoden erhielten sogar den Ritterschlag und werden von vielen Eliteschulen gelehrt. Ja, Legionen von Firmenbossen und Top-Managern aus aller Welt setzen alles daran um Richard Branson zu kopieren – einen, ich erinnere gerne noch einmal daran, Schulabbrecher mit unverhohlener Lese-Rechtschreibschwäche. Einen, »vor dem uns unsere Eltern immer gewarnt haben«. Einen, über den Star-Unternehmer und Google-Gründer Larry Page vor Jahren – angesichts des wachsenden Branson-Imperiums – gewitzelt hat: »Richard hat mehr als 300 Unternehmen, wir haben nur eins. Können wir tauschen?«

Warum erzähle ich Euch so ausführlich über diesen phänomenalen Wirtschafts-Revoluzzer?
Weil seine Lebensgeschichte im Prinzip die Antwort auf unsere Eingangsfrage vermittelt.

Spitzen wir diese Frage zu: Warum tummeln sich in unseren Universitäten und Fachhochschulen Wirtschafts-Professoren mit Beamtenstatus und Pensionsanspruch, die ihre Studenten allen Ernstes glauben machen wollen, sie allein hätten den profitablen Durchblick? Professoren, dies sei in aller Deutlichkeit gesagt, die keine einzige Firma gegründet oder aufgebaut oder geleitet haben, wenigstens 99,5% von Ihnen (Ausnahmen wie Prof. Faltin bestätigen nur die Regel). Professoren zudem, die sich ihr Lebtag lang mit einem vergleichsweise kleinen Verdienst zufriedengeben.

Ach, Abledern macht mächtig Spaß, nicht wahr? Also legen wir nach: Warum fordern stimmviehhaltende Politiker (vorwiegend die aus dem »progressiven« Lager) gebetsmühlenartig »mehr Geld für Bildung« – wenn die Produkte dieser Bildung (genannte Lehrstuhlinhaber und deren Studenten) in Sachen Firmengründung, Unternehmertum und Entrepreneurship nichts, aber auch gar nichts auf die Reihe bekommen?

Und noch ein neuer Blick auf die alte Problematik: Warum gehen von 20 neuen Produkten die auf den Markt geworfen werden 19 Newcomer schon nach ein paar Tagen ins Nirwana? Warum verrotten zwei Drittel aller Firmen drei Jahre nach ihrer Gründung auf dem Leichenacker der gescheiterten Unternehmerträume?

Warum beraten Beamte die selbst nie Firmen gegründet haben in geschützten Wirtschaftsverbänden und Kammern Jungunternehmer? Einfach mal darüber Nachdenken!

Kurz gesagt: Wenn Du ein Einzelunternehmer sind oder Du ein mittelständisches Unternehmen führst – was kannst Du, was sollst Du, ja, was musst Du von den Besten der Besten lernen? Was haben Richard Branson, Mark Zuckerberg, Bill Gates, Steve Jobs, Elon Musk und viele andere bahnbrechende Entrepreneure gemeinsam? Ja, liebe Lehrer, Doktoren und Professoren, Lehrplanfetischisten und Wirtschaftswaisenknaben, auch wenn’s euch weh tut: All diese Weltveränderer waren samt und sonders – Tusch! Trommelwirbel! Spotlight! – Schul- oder Studienabbrecher, Hinschmeißer, Aufrührer, Quertreiber!!!! Sie waren Sand in Getriebe eurer Besserwisserei! Typische Loser eben – wenn man dem eingestaubten, aber immer noch weit verbreiteten Weltbild glaubt. Einem Weltbild, in dem die Wirtschaftswelt noch eine Scheibe ist, deren Regeln und Prinzipien man auf der Uni und nur auf der Uni lernen kann.

Quatsch, sage ich Dir!

Muss man Schulabbrecher sein oder sein Studium geschmissen haben um es heutzutage zu schaffen? Um erfolgreich eine Firma gründen und wachsen lassen zu können?

Du musst es nicht sein. Aber es macht die Sache um vieles leichter!

Denn was die meisten ungläubigen Thomase nicht wissen, die angesichts der populären Politikerforderung nach mehr Bildung schafherdenartig mit dem Kopf nicken: Unser Schulsystem ist ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert! Die Schulglocke beispielsweise ist in ihrer Funktion eine Ein-zu-Eins-Kopie der Fabriksirene.

Allgemein bildende Schulen und andere Ausbildungsmöglichkeiten wurden in der Gründerzeit nämlich zu einem einzigen Zweck eingerichtet:Schülern ihre Individualität auszutreiben. Es ging ausschließlich darum für die wie Pilze aus dem Boden schießenden Fabriken perfekt angepasstes, hirnloses und opferbereites Menschenmaterial zu liefern, Arbeitssklaven, Schema-F-Klone, die man ohne Probleme an genau jenen Stellen einsetzen konnte, an denen sie gerade gebraucht wurden. Dafür waren allgemeinverblödende Schulen da – die bis heuten Menschen animieren Dinge auswendig für Prüfungen zu lernen (unter dem Siegel: Allgemeinbildung), die du heute überall googlen kannst – oder ist der Abstand zwischen Mars und Venus oder der Dreißigjährige Krieg von 1618-1648 wirklich essentiell für junge Menschen?

Wäre es nicht viel wichtiger etwas über die eigenen Lebensmotive, Kreativität, über das Verkaufen eigener Ideen, das Aufbauen einer Marke, Verhandlungstechnik, Techniken Ängste und das eigene Unterbewusstsein zu kontrollieren oderMenschenkenntnis zu lernen. Die Liste könnte ich seitenweise fortsetzen. Kein Wunder, dass in unseren Klassenräumen bestenfalls perfekte Rädchen fürs wirtschaftliche Getriebe und für das Hamsterrad »produziert« werden. Wundern muss uns ebenfalls nicht, dass genau diese auf Stromlinie gefrästen Me-too-Persönlichkeiten auf die Nase fallen sobald Qualitäten wie Rebellentum, Querdenken sowie revolutionäres Denken und unerwartetes Handeln gefragt sind und sobald man das System grundsätzlich in Frage stellen muss, statt dem System zu folgen.

Was, wenn Du als »Pechvogel« bereits eine klassische Ausbildung durchlaufen hast? Wenn Du hoffnungslos verbildet sind? Nun, Larry Page, den ich schon erwähnt habe, litt unter demselben Schicksal: Er hatte an der Stanford-Universität seinen Masterabschluss für Informatik gemacht. Trotz dieser „denkbar schlechten“ Voraussetzungen hat er es mit seinem Partner Sergey Brin geschafft, mit Google eine der mächtigsten Suchmaschinen der Welt zu kreieren. Und wie? Indem er im entscheidenden Augenblick aufbegehrte,  seine »Schulweisheit« in den Gully kickte und die allerersten Investoren ohne vorschriftsmäßigen Businessplan zu einem finanziellen Einstieg überreden konnte.

Sogar dieser große Larry Page und Sergey Brin haben  nach der  5-A-Formel gehandelt:

Anders Agieren Als Alle Anderen!