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Vor 1998 war die Verteilung des schriftlichen Schriftverkehrs ausschließlich von der Deutschen Bundespost erfolgt. Nach der Privatisierung der Post wurde dieses Monopolprivileg (Briefmonopol) an die Deutsche Post AG, den Nachfolger der Bundespost, übergeben. 1998 wurde dieses Privileg leicht geändert und erstreckt sich derzeit nur auf Postsendungen, die innerhalb der nationalen Grenzen verteilt werden und weniger als 50 Gramm wiegen. Seit 1998 können private Betreiber in den Markt für Postdienste für Produkte eintreten, die unter bestimmten Bedingungen die Gewichtsgrenze von 50 Gramm überschreiten. Für Postsendungen mit einem Gewicht von bis zu 1.000 Gramm müssen Unternehmen eine Genehmigung bei der Bundesnetzagentur beantragen. Ab dem 1. Januar 2008 steht die Erbringung von Postdiensten jedoch ganz privaten Betreibern offen. Der Regierungsbeschluss erfüllte die Erwartungen von ver.di, dass der Weg für einen nationalen Mindestlohn in der Postbranche vor der vollständigen Liberalisierung am 1. Januar 2008 geebnet werden sollte. Umgekehrt hat der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, eine Erklärung abgegeben, in der er sich gegen die Entscheidung der Regierung aussprach und vor der Einführung noch mehr sektoraler Mindestlöhne warnte. Mit der Entscheidung der Regierung kann ein tarifvertragzwischender Dienstleistungsgewerkschaft (vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di) und dem Arbeitgeberverband Postdienste, der insbesondere den Marktführer Deutsche Post AG vertritt, mit Wirkung zum 1. Januar 2008 für die gesamte Branche für bindend erklärt werden.

Die Reaktionen einiger Wettbewerber der Deutschen Post gewichtverleihen das Argument, dass der Wettbewerb auf einem liberalisierten Postdienstleistungsmarkt in erster Linie auf niedrigen Löhnen und nicht auf der Qualität der Dienstleistungen beruhe. Darüber hinaus unterstreichen solche Reaktionen die Befürchtungen von ver.di, dass die Bedingungen in der Postbranche gefährdet würden, wenn die Marktöffnung nicht durch gesetzliche Regelungen flankiert würde. Es ist wahrscheinlich, dass die Debatte über die Einführung eines nationalen Mindestlohns fortgesetzt wird. Trotz der Kritik der Arbeitgeber fordern andere Branchen bereits, den Wettbewerb durch die Einführung von Mindestlöhnen zu regulieren. Laut Presseberichten wollen die Mitglieder der Metzgerei Anfang 2008 Gespräche mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aufnehmen, um einen Tarifvertrag über Mindestlöhne für die Fleischhändler auszuhandeln. Das Entsendegesetz von 1996 sieht den betroffenen Arbeitnehmern den Schutz der gesetzlichen Mindeststandards in Den Usa wie Arbeitszeit, bezahlter Urlaub, Gesundheit und Sicherheit, Mutterschaft und Gleichbehandlung vor. Darüber hinaus sieht das Gesetz vor, dass entsandte Arbeitnehmer die gleichen tariflichen Mindestlöhne und tariflich vereinbarten Bestimmungen über bezahlten Urlaub gelten wie deutsche Arbeitnehmer. Dieses Ziel wird durch die Verlängerung von Tarifverträgen (Allgemeinerklärung) erreicht.